Was Deutsche über den Immobilienkauf in Österreich wissen müssen

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick - von der Finanzierung bis zur Grundbucheintragung

Die 5 wichtigsten Fakten

  • Gleichstellung als EU-Bürger: Deutsche werden beim Immobilienkauf wie Inländer behandelt - keine Sondergenehmigung aufgrund der Nationalität.
  • Hauptwohnsitz vs. Ferienwohnsitz: Der Kauf eines Hauptwohnsitzes ist unkompliziert. Ferienimmobilien in Tirol, Salzburg oder Vorarlberg sind dagegen extrem schwierig bis unmöglich zu erwerben.
  • Nebenkosten einplanen: Grunderwerbsteuer (3,5 %), Grundbuch (1,1 %), Vertragserrichtung (1-3 %) und Makler (3 %) summieren sich auf 10 bis 12 % des Kaufpreises - mit Kredit kommt die Pfandrechtseintragung dazu. Nebenkosten berechnen
  • Kreditregeln nur noch Empfehlung: 90 % Beleihung, 40 % Schuldendienstquote und 35 Jahre Laufzeit sind seit dem Auslaufen der KIM-Verordnung am 30.6.2025 Richtwerte der FMA - die Banken wenden sie in der Praxis weiter an.
  • Spezialisierte Beratung: Ein auf grenzüberschreitende Finanzierungen spezialisierter Berater erhöht die Erfolgschancen deutlich.

Warum die Finanzierung in Österreich für Deutsche funktioniert

Als EU-Bürger kaufen Sie in Österreich unter denselben Bedingungen wie Inländer, und österreichische Banken dürfen Sie dank der Kapitalverkehrsfreiheit auch mit Wohnsitz in Deutschland finanzieren. Der spürbarste Unterschied steckt in der Grunderwerbsteuer: einheitlich 3,5 % statt 3,5 bis 6,5 % je nach deutschem Bundesland - bei 400.000 Euro Kaufpreis sind das gegenüber Nordrhein-Westfalen 12.000 Euro.

Die Spielregeln der Kreditvergabe sind seit dem Auslaufen der KIM-Verordnung am 30. Juni 2025 Richtwerte der Finanzmarktaufsicht statt Gesetz, in der Praxis aber unverändert: höchstens 90 % Beleihung, höchstens 40 % des Nettoeinkommens für die Rate, höchstens 35 Jahre Laufzeit. Daraus folgt die wichtigste Planungsgröße für deutsche Käufer: mindestens 10 bis 20 % Eigenkapital am Kaufpreis plus die vollen Nebenkosten, denn die finanziert keine Bank mit.

Einige Mechanismen laufen anders als in Deutschland - die Bank sichert sich über eine Höchstbetragshypothek statt einer Grundschuld, ein Treuhänder wickelt Kaufpreis und Grundbuch ab, und Sondertilgungen gehören in den Vertrag. Wie der Kauf von der Suche bis zur Grundbucheintragung Schritt für Schritt abläuft, steht im Leitfaden Immobilie in Österreich kaufen als Deutscher.

Rechtliche Rahmenbedingungen für Deutsche in Österreich

Grundverkehrsgesetze, Genehmigungsverfahren und Grundbuch - was rechtlich für Deutsche gilt, vom Hauptwohnsitz bis zur Ferienwohnung.

Immobilienfinanzierung in Österreich - Banken, Zinsen & Eigenkapital

Welche Banken Kunden mit Wohnsitz in Deutschland finanzieren, wie viel Eigenkapital nötig ist und welche Laufzeiten und Zinsmodelle üblich sind.

Steuern & Kosten bei der Immobilienfinanzierung in Österreich

Grunderwerbsteuer, Nebenkosten, Doppelbesteuerungsabkommen und Immobilienertragsteuer - was der Kauf kostet und was der Fiskus verlangt.

Bonität & Unterlagen für Ihre Immobilienfinanzierung

SCHUFA, KSV1870, Einkommensnachweise und Unterlagen - wie österreichische Banken deutsche Antragsteller prüfen.

Der Autor

Praxiswissen aus der täglichen Finanzierungsberatung

Häufig gestellte Fragen zur Immobilienfinanzierung in Österreich

Ja - als EU-Bürger sind Sie Inländern gleichgestellt, für einen Hauptwohnsitz genügt meist ein Erklärungsverfahren. Eng wird es nur bei Ferienwohnsitzen in Tirol, Salzburg und Vorarlberg, wo die Grundverkehrsgesetze den Erwerb stark einschränken. Zum Leitfaden →

Banken beleihen höchstens 90 % des Kaufpreises, verlangen in der Praxis aber meist 20 % Eigenkapital - plus die vollen Nebenkosten von 10 bis 12 %. Bei 400.000 Euro Kaufpreis sind das rund 127.000 Euro. Mehr erfahren →

Grunderwerbsteuer 3,5 %, Grundbuch 1,1 %, Vertragserrichtung 1 bis 3 % plus USt., Makler 3 % plus USt. und bei Finanzierung 1,2 % Pfandrechtseintragung - zusammen 10 bis 12 % des Kaufpreises, ohne Makler rund 8 %. Nebenkosten berechnen →

Ja, die SCHUFA-Auskunft wird sogar ausdrücklich verlangt, weil deutsche Antragsteller beim österreichischen KSV1870 keine Historie haben. Ein sauberer SCHUFA-Eintrag ist damit das wichtigste Bonitätsdokument. Mehr erfahren →

Nein, sie ist am 30. Juni 2025 ausgelaufen. Dieselben Kennzahlen - 90 % Beleihung, 40 % Schuldendienstquote, 35 Jahre Laufzeit - gelten seither als Richtwerte der Finanzmarktaufsicht, an denen sich die Banken weiter orientieren. Mehr erfahren →