• Skip to main content

Immobilienfinanzierung in Österreich

Der große Ratgeber für Deutsche

Welche Laufzeiten und Tilgungsvarianten sind in Österreich üblich?

  • Übliche Laufzeiten: Immobilienkredite in Österreich haben meist eine Laufzeit zwischen 25 und 35 Jahren. Die maximale Laufzeit ist gesetzlich auf 35 Jahre begrenzt.
  • Standard-Tilgungsvariante: Die Annuitätentilgung ist die mit Abstand häufigste und sicherste Form. Dabei bleibt die monatliche Rate über die Zinsbindungsfrist gleich.
  • Zinsvarianten: Es gibt Kredite mit fixen Zinssätzen für hohe Planbarkeit und solche mit variablen Zinssätzen, die günstiger starten, aber Zinsänderungsrisiken bergen. Mischformen sind ebenfalls möglich.
  • Gesetzliche Vorgaben (KIM-VO): Seit 2022 gelten strenge Regeln für die Kreditvergabe, die die maximale Laufzeit (35 Jahre), die Beleihungsquote (90 %) und die leistbare Rate (40 % des Nettoeinkommens) vorschreiben.
  • Flexibilität ist entscheidend: Achten Sie auf vertraglich vereinbarte Möglichkeiten für Sondertilgungen, um schneller schuldenfrei zu werden und Zinskosten zu sparen.

Das Fundament Ihrer Finanzierung: Laufzeit und Tilgung verstehen

Wenn Sie über eine Immobilienfinanzierung in Österreich nachdenken, sind die Begriffe Laufzeit und Tilgung von zentraler Bedeutung. Sie bilden das Fundament Ihres Kredits und entscheiden maßgeblich darüber, wie hoch Ihre monatliche Belastung ausfällt und wie viel Sie am Ende insgesamt für Ihr Eigenheim bezahlen. Lassen Sie uns diese beiden Säulen genau betrachten.

Die Laufzeit ist der gesamte Zeitraum, den Sie vertraglich vereinbaren, um das Darlehen vollständig an die Bank zurückzuzahlen. Eine längere Laufzeit, zum Beispiel 35 Jahre, führt zu niedrigeren monatlichen Raten. Das klingt zunächst verlockend, bedeutet aber auch, dass Sie über einen längeren Zeitraum Zinsen zahlen. Die Gesamtkosten des Kredits steigen dadurch erheblich. Eine kürzere Laufzeit, etwa 20 Jahre, erfordert höhere monatliche Raten, macht Sie aber schneller schuldenfrei und spart Ihnen Tausende von Euro an Zinskosten.

Die Tilgung bezeichnet den Anteil Ihrer monatlichen Rate, der direkt zur Rückzahlung des geliehenen Kapitals verwendet wird. Der andere Teil der Rate deckt die Zinsen, also die Gebühr der Bank für das Verleihen des Geldes. Zu Beginn der Laufzeit ist der Zinsanteil sehr hoch und der Tilgungsanteil niedrig. Mit jeder Zahlung reduziert sich Ihre Restschuld, wodurch der Zinsanteil bei der nächsten Rate sinkt und der Tilgungsanteil automatisch steigt. Dieser Prozess beschleunigt die Rückzahlung im Laufe der Zeit. Das Zusammenspiel von Laufzeit und Tilgung ist somit der finanzielle Motor Ihrer Immobilienfinanzierung.

Die gängigsten Laufzeiten für Immobilienkredite in Österreich

In Österreich hat sich bei Immobilienkrediten eine bestimmte Bandbreite für die Laufzeiten etabliert. Die meisten Finanzierungen für den privaten Wohnbau werden über einen Zeitraum von 25 bis 35 Jahren abgeschlossen. Diese Spanne bietet einen Kompromiss zwischen einer tragbaren monatlichen Rate und den Gesamtkosten des Kredits. Kürzere Laufzeiten unter 20 Jahren sind seltener, da sie eine sehr hohe monatliche Belastung mit sich bringen, die nur für Kreditnehmer mit überdurchschnittlich hohem Einkommen realisierbar ist.

Mehrere Faktoren beeinflussen die Wahl der optimalen Laufzeit:

Ihr Alter bei Kreditaufnahme

Das Alter ist ein entscheidender Faktor. Banken in Österreich legen großen Wert darauf, dass der Kredit bis zum Pensionsantritt oder kurz danach vollständig getilgt ist. Für einen 30-jährigen Kreditnehmer ist eine Laufzeit von 35 Jahren problemlos darstellbar. Ein 50-jähriger Antragsteller wird hingegen Schwierigkeiten haben, eine Laufzeit von mehr als 15 Jahren genehmigt zu bekommen.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Ein wesentlicher Einschnitt war die Einführung der Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung (KIM-VO) im August 2022. Diese Verordnung der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) legt eine strikte Obergrenze fest: Die maximale Laufzeit für neue Immobilienkredite beträgt 35 Jahre. Diese Regelung soll Kreditnehmer vor Überschuldung schützen und die Stabilität des Finanzmarktes sichern. Längere Laufzeiten sind seitdem für private Wohnbaufinanzierungen nicht mehr möglich.

Die Wahl der Laufzeit ist also keine reine Geschmackssache, sondern eine strategische Entscheidung, die von Ihrem Einkommen, Ihrem Alter und den strengen gesetzlichen Vorgaben in Österreich abhängt.

Annuitätentilgung: Der Klassiker mit Planbarkeit

Die mit Abstand häufigste und von Banken wie Verbraucherschützern empfohlene Tilgungsvariante in Österreich ist die Annuitätentilgung. Ihr großer Vorteil liegt in der exzellenten Planbarkeit. Bei einem Annuitätendarlehen zahlen Sie über die gesamte Zinsbindungsfrist hinweg eine gleichbleibende monatliche Rate, die sogenannte Annuität. Diese Rate setzt sich aus einem Zinsanteil und einem Tilgungsanteil zusammen.

Das Besondere an dieser Methode ist die sich verändernde Zusammensetzung der Rate im Zeitverlauf. Zu Beginn der Finanzierung besteht Ihre Rate hauptsächlich aus Zinsen, da die Restschuld noch sehr hoch ist. Nur ein kleiner Teil dient der eigentlichen Tilgung des Kapitals. Mit jeder Zahlung verringert sich jedoch die Restschuld. Da die Zinsen immer nur auf die verbleibende Schuld berechnet werden, sinkt der Zinsanteil in Ihrer Rate kontinuierlich. Weil die Rate aber konstant bleibt, steigt im Gegenzug der Tilgungsanteil. Sie zahlen also mit jeder Rate immer mehr vom eigentlichen Kredit zurück. Man spricht hier vom „Tilgungsbeschleunigungseffekt“.

Ein einfaches Beispiel

Nehmen wir an, Sie haben einen Kredit von 300.000 € zu einem Zinssatz von 3 % p.a. und einer anfänglichen Tilgung von 2 % p.a. Ihre monatliche Rate (Annuität) wäre konstant bei 1.250 €. Im ersten Monat würden Sie ca. 750 € Zinsen und 500 € Tilgung zahlen. Nach einigen Jahren hat sich die Restschuld bereits verringert. Ihre Rate ist immer noch 1.250 €, aber der Zinsanteil könnte auf 600 € gesunken sein, während der Tilgungsanteil auf 650 € gestiegen ist. Diese Verschiebung macht die Annuitätentilgung so effektiv und sicher.

Kapitaltilgung (Tilgungsträgerkredit): Eine riskante Spezialität

Eine früher in Österreich durchaus verbreitete, heute aber kaum noch für private Wohnbaufinanzierungen genutzte Variante ist der endfällige Kredit, auch als Tilgungsträgerkredit oder Fremdwährungskredit bekannt. Dieses Modell unterscheidet sich fundamental von der Annuitätentilgung und birgt erhebliche Risiken.

Das Prinzip ist auf den ersten Blick verlockend: Während der gesamten Kreditlaufzeit zahlen Sie an die Bank ausschließlich die anfallenden Zinsen. Die eigentliche Kreditsumme (das Kapital) wird nicht laufend getilgt. Stattdessen sparen Sie parallel in ein separates Anlageprodukt, den sogenannten Tilgungsträger. Das kann beispielsweise eine kapitalbildende Lebensversicherung, ein Investmentfonds oder ein Bausparvertrag sein. Am Ende der Laufzeit wird das Darlehen dann auf einen Schlag mit dem angesparten Kapital aus dem Tilgungsträger zurückgezahlt.

Das große Risiko liegt auf der Hand: Es gibt keine Garantie, dass die Wertentwicklung des Tilgungsträgers ausreicht, um die gesamte Kreditsumme am Ende zu decken. Entwickeln sich die Finanzmärkte schlecht oder erfüllt die Lebensversicherung nicht die prognostizierte Rendite, entsteht eine Finanzierungslücke. Der Kreditnehmer muss diese Lücke dann aus eigenen Mitteln schließen oder eine teure Nachfinanzierung aufnehmen. Aufgrund dieser hohen Risiken und negativer Erfahrungen in der Vergangenheit, insbesondere mit Fremdwährungskrediten, wird diese Variante von Aufsichtsbehörden und Banken heute als hochspekulativ eingestuft. Für den normalen Hauskauf oder -bau wird sie in der Regel nicht mehr angeboten oder genehmigt, auch weil sie den strengen Kriterien der KIM-Verordnung widerspricht.

Zinssicherheit vs. Flexibilität: Fixe und variable Verzinsung

Neben der Tilgungsform ist die Wahl der Zinsart eine der wichtigsten Entscheidungen bei Ihrer Finanzierung. In Österreich haben Sie grundsätzlich die Wahl zwischen einer fixen und einer variablen Verzinsung. Beide haben klare Vor- und Nachteile, die Sie sorgfältig abwägen sollten.

Fixzinssatz: Maximale Planbarkeit und Sicherheit

Bei einem Fixzinssatz wird der Zinssatz für einen bestimmten Zeitraum – die Zinsbindungsfrist – festgeschrieben. Üblich sind in Österreich Bindungsfristen von 10, 15, 20 oder sogar 25 Jahren. Während dieser Zeit bleibt Ihr Zinssatz und damit Ihre monatliche Rate absolut konstant, unabhängig von den Entwicklungen am Kapitalmarkt. Dies bietet Ihnen ein Höchstmaß an Planungssicherheit. Sie wissen auf den Cent genau, welche Belastung in den nächsten Jahren auf Sie zukommt. Diese Sicherheit hat jedoch ihren Preis: Fixzinssätze sind in der Regel etwas höher als die anfänglichen Sätze bei variablen Krediten. Ein Fixzinskredit ist ideal für sicherheitsorientierte Menschen, die keine bösen Überraschungen erleben möchten.

Variabler Zinssatz: Flexibilität mit Risiko

Ein variabler Zinssatz ist an einen Referenzzinssatz, meist den 3-Monats-EURIBOR, gekoppelt. Auf diesen Referenzzinssatz schlägt die Bank ihre individuelle Marge (den Aufschlag) auf. Der Zinssatz Ihres Kredits wird dann alle drei Monate an den aktuellen EURIBOR angepasst. Zu Beginn ist ein variabler Kredit oft günstiger als ein fixer. Steigt der EURIBOR jedoch, steigt auch Ihre Kreditrate – potenziell erheblich. Fällt der EURIBOR, profitieren Sie von sinkenden Raten. Diese Variante birgt also ein erhebliches Zinsänderungsrisiko und erfordert finanzielle Puffer, um auch deutliche Ratensteigerungen abfedern zu können. Aufgrund der Unvorhersehbarkeit ist diese Option nur für risikobereite Kreditnehmer mit stabilen, hohen Einkommen zu empfehlen.

Eine beliebte Alternative sind Hybridmodelle: Sie kombinieren eine anfängliche Fixzinsphase (z. B. 15 Jahre) mit einer anschließenden variablen Verzinsung für die Restlaufzeit.

Die neue Realität: Wie die KIM-Verordnung Laufzeiten und Eigenkapital beeinflusst

Der österreichische Immobilienmarkt hat sich im August 2022 grundlegend verändert. Mit dem Inkrafttreten der Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung (KIM-VO) hat die Finanzmarktaufsicht (FMA) verbindliche Mindeststandards für die Vergabe von privaten Wohnkrediten eingeführt. Diese Regeln haben direkten Einfluss auf die möglichen Laufzeiten und die benötigte Tilgung.

Die KIM-Verordnung basiert auf drei zentralen Säulen, die das Risiko für Kreditnehmer und Banken reduzieren sollen:

  1. Maximale Beleihungsquote (Loan-to-Value, LTV): Die Kreditsumme darf maximal 90 % des Immobilienwertes betragen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Sie mindestens 10 % des Kaufpreises als Eigenkapital einbringen müssen. Da zusätzlich noch Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Makler, Notar etc.) von rund 10 % anfallen, ist in der Praxis ein Eigenkapital von mindestens 20 % des Kaufpreises erforderlich.
  2. Maximale Schuldendienstquote (Debt-Service-to-Income, DSTI): Die monatliche Kreditrate darf maximal 40 % des verfügbaren Netto-Haushaltseinkommens ausmachen. Diese Regel soll sicherstellen, dass auch nach Abzug der Kreditrate genügend Geld für den Lebensunterhalt übrig bleibt.
  3. Maximale Laufzeit: Die Gesamtlaufzeit des Kredits ist auf höchstens 35 Jahre begrenzt. Dies verhindert eine übermäßige Streckung der Rückzahlung und sorgt für eine realistische Tilgungsperspektive.

Diese strikten Vorgaben haben die Kreditvergabe in Österreich deutlich erschwert. Insbesondere junge Familien und Personen mit geringerem Eigenkapital haben es nun schwerer, eine Finanzierung zu erhalten. Die Verordnung zwingt Kreditnehmer zu einer solideren Finanzplanung, höheren Eigenkapitalquoten und realistischeren Tilgungsplänen.

Flexibilität im Tilgungsplan: Sondertilgungen und Ratenänderungen

Ein guter Kreditvertrag zeichnet sich nicht nur durch einen günstigen Zinssatz aus, sondern auch durch ein gewisses Maß an Flexibilität. Das Leben ist nicht immer linear planbar. Gehaltserhöhungen, Erbschaften oder Boni können finanzielle Spielräume schaffen, die Sie nutzen sollten, um Ihre Schulden schneller abzubauen. Hier kommen die Sondertilgungen ins Spiel.

Eine Sondertilgung ist eine außerplanmäßige Zahlung, die Sie zusätzlich zu Ihren regulären Raten leisten. Jeder Euro, den Sie als Sondertilgung einzahlen, fließt zu 100 % in die Reduzierung der Restschuld. Dadurch sparen Sie Zinsen über die verbleibende Laufzeit und verkürzen die Gesamtdauer Ihres Kredits erheblich. Achten Sie bei Vertragsabschluss unbedingt darauf, dass kostenfreie Sondertilgungsoptionen enthalten sind. Üblich sind Vereinbarungen, die es Ihnen erlauben, einmal pro Jahr einen bestimmten Betrag (z. B. 10.000 Euro) oder einen Prozentsatz der Restschuld (z. B. 5 %) kostenfrei zu tilgen.

Das Gegenteil der Sondertilgung ist die vorzeitige Kündigung des gesamten Kredits. Dies kann bei einem Verkauf der Immobilie oder einer Umschuldung relevant werden. Hier ist Vorsicht geboten: Bei Fixzinskrediten dürfen Banken in Österreich eine Vorfälligkeitsentschädigung, oft als Pönale bezeichnet, verlangen. Diese dient als Ausgleich für die Zinsen, die der Bank durch die vorzeitige Rückzahlung entgehen. Die Höhe der Pönale ist gesetzlich auf 1 % der vorzeitig zurückgezahlten Summe begrenzt. Bei Krediten mit variablem Zinssatz ist eine vorzeitige Tilgung meist ohne zusätzliche Kosten möglich.

Vergleich der Tilgungsvarianten: Was passt zu wem?

Die Entscheidung zwischen der sicheren Annuitätentilgung und dem spekulativen Tilgungsträgermodell fällt heute leicht, da letzteres kaum noch eine Rolle spielt. Dennoch verdeutlicht der Vergleich die unterschiedlichen Philosophien und Risikoprofile. Die Wahl der richtigen Tilgungsvariante hängt stark von Ihrer persönlichen Risikobereitschaft, Ihrer finanziellen Situation und Ihren Lebenszielen ab.

Für die überwältigende Mehrheit der privaten Immobilienkäufer in Österreich ist die Annuitätentilgung in Kombination mit einer langfristigen Fixzinsbindung die vernünftigste und sicherste Wahl. Sie bietet maximale Kalkulierbarkeit und schützt vor unliebsamen Überraschungen durch steigende Zinsen. Dieses Modell passt perfekt zu Familien und allen, die einen klaren und verlässlichen Finanzplan für die nächsten Jahrzehnte aufstellen möchten.

Der endfällige Kredit war ein Produkt für Spekulanten oder sehr erfahrene Anleger mit hohem Einkommen und Risikotoleranz. Die Idee, von einer positiven Zinsdifferenz zwischen günstigen Kreditzinsen und hohen Anlageerträgen zu profitieren, ist in der Realität oft gescheitert. Die gesetzlichen Verschärfungen durch die KIM-Verordnung haben diesem Modell für den durchschnittlichen Kreditnehmer endgültig einen Riegel vorgeschoben. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:

Merkmal Annuitätentilgung (Der Standard) Endfälliger Kredit (Tilgungsträger)
Monatliche Rate Konstant (bei Fixzins). Besteht aus Zins- und Tilgungsanteil. Zwei Zahlungen: Nur Zinsen an die Bank + Sparrate in einen Tilgungsträger.
Tilgung Laufend, mit jeder Rate. Die Restschuld sinkt kontinuierlich. Keine laufende Tilgung. Rückzahlung der Gesamtsumme am Ende der Laufzeit.
Sicherheit Sehr hoch. Der Tilgungsplan ist klar und die Restschuld planmäßig abgebaut. Sehr gering. Hohes Risiko, dass das Sparziel des Tilgungsträgers nicht erreicht wird.
Gesamtkosten Klar kalkulierbar. Können durch Sondertilgungen gesenkt werden. Unkalkulierbar. Hängen vollständig vom Erfolg der Kapitalanlage ab.
Geeignet für Sicherheitsorientierte Privatpersonen und Familien (Standard für Wohnbau). Professionelle und sehr risikobereite Anleger (in AT für Wohnbau kaum noch relevant).

Wichtige Fragen und Antworten

Was ist eine realistische Laufzeit für einen Immobilienkredit in Österreich?

Eine realistische und übliche Laufzeit bewegt sich zwischen 25 und 35 Jahren. Die Wahl hängt von Ihrem Alter und Einkommen ab. Länger als 35 Jahre ist aufgrund der KIM-Verordnung gesetzlich nicht mehr zulässig. Ziel sollte immer sein, den Kredit bis zum Pensionsantritt vollständig zurückzuzahlen.

Ist eine Fixzinsbindung immer besser als ein variabler Zinssatz?

Nicht zwingend, aber für die meisten Menschen sicherer. Ein Fixzinssatz schützt Sie vor steigenden Zinsen und bietet absolute Planbarkeit, ist aber anfangs meist etwas teurer. Ein variabler Zinssatz kann phasenweise günstiger sein, birgt aber das Risiko unkalkulierbarer Ratensteigerungen. In einem unsicheren Zinsumfeld ist eine lange Fixzinsbindung die klar zu bevorzugende Variante.

Kann ich meinen Kredit in Österreich jederzeit vorzeitig zurückzahlen?

Ja, eine vorzeitige Gesamttilgung ist grundsätzlich möglich. Bei einem Kredit mit variablem Zinssatz ist dies meist kostenfrei. Bei einem Fixzinskredit kann die Bank jedoch eine Vorfälligkeitsentschädigung (Pönale) verlangen, die gesetzlich auf 1 % der zurückgezahlten Summe begrenzt ist. Details dazu müssen in Ihrem Kreditvertrag stehen.

Wie viel Eigenkapital benötige ich seit der KIM-Verordnung?

Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass der Kredit maximal 90 % des Immobilienwertes ausmachen darf. Sie benötigen also mindestens 10 % Eigenkapital. Da aber noch ca. 10 % Kaufnebenkosten (Steuer, Notar, Makler) anfallen, die nicht mitfinanziert werden, ist eine Eigenkapitalquote von mindestens 20 % des Kaufpreises eine realistische und notwendige Größe.

Copyright © 2025 · Immobilienfinanzierung-Oesterreich.at